Hintergrundinfo zu Safya

Safya ist ein zwölfjähriges jessidisches Mädchen, dass nach dem Tod ihrer Eltern aus Mossul zu ihrer Tante nach Berlin kommt. Leider muss sie die Pflege zunächst aus gesundheitlichen Gründen an ihre ehemalige Klassenkameradin delegieren.

Eigentlich ist Safya ein ausgesprochen altkluges Mädchen, so wie sie über Gott und die Welt spricht. Mit ihrem kindlichen Vertrauen und der von ihrem Vater geschulten Kenntnis über Religionen provoziert sie gleichermaßen Sympathie und Hass. Als der Hass eskaliert, endet ihre Kindheit auf der Intensivstation.

Fünf Jahre später, die Kindheit ist im Koma verschlafen, muss Safya sich zurückkämpfen. Vieles hat sich verändert, nicht nur ihr Körper. Der ursprüngliche Wunsch, wie ihr Vater Professor zu werden, scheint in weite Ferne gerückt. Immer noch sehr klug, bereitet es ihr Schwierigkeiten, Neues zu verarbeiten. Und der ihr fremde, erwachsene Körper verstört sie nachhaltig.

Ein Urlaub in den Bergen soll ihr neue Kraft geben und dann begegnet sie Paul, der sein Leben nach einem tragischen Unfall ebenfalls neu gestalten muss.

Dieses kindliche Gemüt im Körper einer erwachsenen Frau fasziniert und verstört Paul gleichermaßen. Und doch schaffen es beide, sich gemeinsam neue Perspektiven zu erkämpfen.

Nachtrag 2024: Aktuell habe ich vor, die beiden Einzelgeschichten in gedruckter Form durch einen Doppelband zu ersetzen. (Ähnlich wie bei den Chiòcciola-Romanen.). Die eBooks bleiben weiter einzeln erhältlich.

Die Chiòcciola-Saga

Öde, wenn man in den großen Ferien in der brandenburgischen Pampa gestrandet ist, findet Annika. Gerade mit fünfzehn will man nach den Ferien doch von aufregenden Erlebnissen im Urlaub erzählen! – Alles ändert sich, als sie überraschend Nachbarn vom anderen Ende der Galaxis bekommt…

Natürlich geht es in diesen bisher zwei Bänden um Weltraumabenteuer, um ein bisschen Naturwissenschaft, amüsant lesbar verpackt. Aber es geht unterschwellig auch um etwas ganz anderes. Denn sowohl das Verhältnis zum Zwillingsbruder Dennis als auch die Liaison mit dem Alien Chiòcciola wirft Fragen auf. Fragen zum eigenen Ich, zum Rollenbild innerhalb der Familie und Gesellschaft, zu eigenen Erwartungen an die Zukunft, zur Zielperson der Liebe.

Das mit den Frauen und Männern ist doch schon kompliziert genug. Um wie viel komplizierter wird es dann, wenn dann auch noch ein Alien ins Spiel kommt?

Ein Alien, bei dem die Grenzlinie zwischen männlich und weiblich nicht so verläuft wie bei uns, sondern bei dem – ähnlich wie bei den Schnecken – diese Frage im Vollzug der Familienplanung erst abgestimmt wird. Das ergibt dann in Chiòcciolas Welt eine gänzlich andere Gesellschaftsituation, denn die Gender-Frage stellt sich dort ganz anders.

Und somit hilft Chiòcciola dann auch Annika und Dennis, einen frischen Blick nicht nur auf all diese Gender-Fragen dieser Welt zu bekommen.

Im gerade erschienen dritten Band kommt Jill ins Spiel, das gemeinsame Kind. Ähnlich dem in unserer Welt bekannten AIS-Syndrom ist Jill anders. Jill ist weder erkennbar männlich, noch weiblich. Das wirft eine Menge Fragen auf, insbesondere seit der Einschulung!

Und wenn solch eine erzählte Fiktion in unserer realen Welt bei Facebook beworben wird, dann kommt so etwas dabei heraus:

“Deine Werbeanzeige konnte nicht genehmigt werden, da sie ein Körperideal darstellt. Bilder, die einen bestimmten Körpertyp als perfekt oder wenig wünschenswert zeigen (z. B. mit dem Fokus auf Bauchmuskeln oder Bauchfett), sind nicht zulässig. Erfahre mehr über unsere Werberichtlinien”

Das zeigt mir, dass solche Erzählungen auch im 21. Jahrhundert notwendig sind, um zu zeigen, dass weder unsere, noch andere vorstellbare Welten nur schwarz oder weiß sind. Dass eine Welt nur erstrebenswert ist, wenn sie viele Schattierungen zulässt. Aber das ist wohl Fiktion und sollte vielleicht auch nicht beworben werden. – Ehe noch jemand nachdenkt…

Ach ja, das angemahnte Video:

“Alien, Muter, Kind -Der 3. Band der Chiòcciola-Reihe ist gerade erschienen!”

Dann werden die drei Titelseiten der Bücher eingeblendet: Haus, Milchchtraße, Herzchen…

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Nachtrag 11. Februar 2018: Zwischenzeitlich konnte die Angelegenheit doch einvernehmlich geklärt werden. Es zeigt aber, wie labil unser mediales System mitunter agiert.